Platzt die In-Person Office Culture Blase bald?

5. Januar 2022 — Michael Ilic

Warum Manager:innen und Geschäftsführer:innen sich davor fürchten, wenn Home Office noch länger Pflicht bleibt.

Platzt die In-Person Office Culture Blase bald?

Mit Nachrichten aus anderen Ländern zur neusten Omikron-Welle ist bei uns weiterhin noch das seit Jahren bekannte abwarten und sehen was passiert in der Politik angesagt. Allerdings gibt es schon seit einigen Wochen stimmen, die zur Home-Office-Plficht aufrufen, um unnötige Kontakte und Ansteckungen zu vermeiden. Viele Firmenchefs pochen jedoch seit Impfungen gut verfügbar sind auf eine Rückkehr ins Büro. Als Grund dafür wird die Office-Kultur genannt, ohne dass vielen genau klar ist was damit gemeint ist.

Laut einer Mercer Studie vom September 2020 geben 94 Prozent der befragten Personen an, dass Home-Office mindestens gleich oder höher als die Arbeit im Büro bewertet wird. Der Grund dafür liegt auf der Hand, denn man kann ohne große Ablenkungen, selbstbestimmt und ohne lästiges Pendeln bzw. Berufsverkehr seine Arbeit erledigen. Hier liegt das Problem mit der Office Culture, denn im Home Office wird sehr schnell deutlich, dass es zwei Arten von Arbeitern gibt. Diejenigen, die im Home Office zuverlässig und produktiv arbeiten und die anderen, die bisher auf eine soziale und politische Art gut durch das Büroleben gekommen sind und nicht durch ihre Arbeitsleistung bestochen haben. Dieser Aspekt, dass es Mitarbeiter gibt, die an ihrem Schreibtisch sehr gut beschäftigt aussehen können, aber wenig Leistung an echtem Arbeitsoutput schaffen, fallen im Home Office auf. Dies fällt auch auf Manager zurück, die für Personalentscheidungen mit verantwortlich waren.

Zusätzlich gibt es weniger Möglichkeiten sich mit fremden Federn zu schmücken. Anstatt wie bisher jemand die Arbeit seines Teams persönlich vorgestellt hat und dafür Lob und Anerkennung bekommen hat, ist es im Home Office einfacher, dass einzelne Personen ihre Arbeit direkt an den verantwortlichen Chef schicken. Dadurch fällt ein weiterer Punkt auf bei denen Manager ein Problem mit dem Home Office haben: Fehlender Druck auf Mitarbeiter.

Ist gutes Management eine Fähigkeit, die man besitzen sollte, oder einfach ein Titel zu dem man gefördert wird, wenn man weniger mit der operativen Arbeit zu tun hat? Viele Manager bei denen es eher ein Titel ist nutzen den physischen Druck durch Drohungen, häufigem Drängen oder dem Mitarbeiter im Nacken sitzen aus um mehr Produktivität zu erreichen. Doch wenn das Büro nur noch ein weiterer Raum mit Internetanschluss ist von dem man seine Arbeit erledigen kann verlieren diese Mechanismen an Wirkung. Und wenn dieser Effekt erst einmal eingesetzt hat verliert auch die Position des Managers seine Darseinsberechtigung, denn welchen Nutzen hat er noch, wenn sein Managementstil nicht mehr den gewünschten Einfluss hat.

Genau an diesem Punkt hängt es, dass Geschäftsführer:innen und Manager:innen so sehr auf den Rückkehr der Office-Kultur pochen. Sie sehen, dass bisher erfolgreiche Strukturen Druck auszuüben um Produktivität zu erhöhen nicht mehr wirksam sein könnten. Dies wird besonders deutlich, wenn man sich ansieht wer gegen Home-Office laut wird. Meistens sind es genau diejenigen, die entweder selbst kein Büro haben, schon vor Pandemie wenig Zeit im Büro verbracht haben oder lieber im Home Office arbeiten. So zum Beispiel auch ein Senior Executive von Google, während die Firma darauf beharrte, dass man Mitarbeiter wieder ins Büro müssen.

The most dangerous phrase in the language is, ‘We’ve always done it this way. - Grace Hopper

Wie das Beispiel von Google zeigt erkennt man offenbar den Nutzen von Home-Office, dass man produktiver, glücklicher und selbstbestimmter seine Arbeit erledigen kann. Das Problem liegt eher daran, dass viele VP und C-Level Positionen sich mit dieser Situation auseinandersetzen müssten, um eine neue Form des Managements zu entwickeln. Das bedeutet sich mit Digitalisierung zu befassen, Mitarbeiter zu schulen mit Productivity Tools zu arbeiten und die eigene IT Infrastruktur soweit auszubauen, dass dies problemlos möglich ist.

Natürlich ist der einfachere Weg zu altbekannten Strukturen zurückzukehren, aber langfristig ist eine Investition in Digitalisierung und Ausbildung von Mitarbeitern unumgänglich. Wir unterstützen Firmen und Privatpersonen dabei eine solche Transformation möglich zu machen. Sie können uns dafür jederzeit unter lernen@programmieren-muenchen.de kontaktieren.