Schleswig-Holstein versucht das gescheiterte Münchner Modell nur auf Open Source zu setzen

6. Dezember 2021 — Michael Ilic

Grundsätzlich ist Open Source Software ideal, aber München hat bereits vorgemacht, warum es in der Praxis scheitert.

Schleswig-Holstein versucht das gescheiterte Münchner Modell nur auf Open Source zu setzen

Im Jahr 2003 hatte die Stadt München grosse Ziele und wollte voll auf Open Source Software setzen. Dadurch sollten nicht nur Kosten eingespart werden, sondern man sollte auch unabhängiger von Update Zyklen von Microsoft werden. Es war geplant, dass beim Großteil der städtischen Arbeitsplätze statt Windows in Zukunft Open Source Linux laufen soll. Nach 10 Jahren war die Umrüstung von 15.000 Arbeitsplätzen als abgeschlossen gemeldet worden. Doch schon im November 2017 wurde das Projekt als gescheitert erklärt. Es wurde erneut beschlossen bis 2022 auf Windows 10 zu wechseln. Der Grund dafür? Eine wie zunächst gedachte Kompatibilität mit Dateiformaten, Smartphones und anderen Systemen war langwierig und teuer. Die LiMux getaufte Eigenentwicklung musste für viel Geld weiterentwickelt werden, was zu fehleranfällig und teuer war. Dadurch hat es das LiMux Projekt auch ins Schwarze Buch der Steuerverschwendungen im Jahr 2017/2018 geschafft. Kurz, es war in der Praxis zu umständlich, teuer und hat Anwender immer wieder vor unlösbare Aufgaben gestellt.

Jetzt hat Schleswig-Holstein angekündigt das gleiche Experiment zu wiederholen. Bis 2026 soll komplett auf Open Source Software umgestiegen werden und über 25.000 Arbeitsplätze umgerüstet werden. Alle öffentlichen Angestellten, darunter auch Lehrer, werden dann wie in München vor 10 Jahren mit Libre Office und Linux arbeiten müssen. Der dort zuständige Digitalminister Jan Philipp Albrecht hat zum Scheitern in München auch eine Erklärung und Lösung:

Das Hauptproblem dort war, dass die Mitarbeiter nicht ausreichend mitgenommen wurden. Das machen wir besser.

Obwohl Herr Albrecht im Interview mit der ct auch erwähnt, dass in einigen Bereichen Mitarbeiter mit zwei Systemen parallel arbeiten müssen glaubt er, dass es trotz gleicher Kosten langfristig von Vorteil sei diesen Schritt zu gehen.

Da insgesamt mehr IT Know-How in Deutschland nötig wäre, um solche Experimente erfolgreich durchzuführen setzen wir uns für möglichst einfache und praxisorientierte Kurse ein. Wir hoffen somit auch einen Beitrag zu einer besseren IT Infrastruktur leisten zu können.