Studie: Negativer Einfluss auf Gehirnentwicklung durch fehlenden Matheunterricht

22. September 2021 — Michael Ilic

In einer kürzlich vorgestellten Studie wird deutlich welchen Einfluss Schulfächer auf die spätere Entwicklung von Kindern haben kann. Wir stellen die Ergebnisse vor.

Studie: Negativer Einfluss auf Gehirnentwicklung durch fehlenden Matheunterricht

Im Juni 2021 wurde im Proceedings of the National Academy of Sciences eine Studie vorgestellt, die den Einfluss einer fehlenden Mathematischen Ausbildung auf die Gehirnentwicklung von Jugendlichen hat. Untersucht wurden dabei die Konzentrationen von Neurotransmittern namens GABA (gamma-aminobutyric acid), die für Logik und kognitive Entwicklung zuständig sind. Innerhalb der gleichen sozialen Gruppe von 14 bis 18 jährigen Kindern in England wurden diese Werte mit einem Abstand von 19 Monaten gemessen und dabei unterschieden ob Kinder mathematische Fächer besucht haben oder nicht.

Das Ergebnis davon ist, dass die Neurotransmitter in der Gruppe ohne mathematischen und logischen Fächer deutlich niedriger waren. Das führt nicht nur zu Schwierigkeiten bei logischem Denken und beim Behalten von Informationen, sondern langfristig auch zu einem 11% niedrigerem Einkommen im späteren Leben. Dadurch wird deutlich, welchen langfristigen Einfluss politische Bildungsentscheidungen auf einzelne Personen und die gesamte Gesellschaft haben. Professor Roi Cohen Kadosh von der Oxford Universität sagt dazu:

Mathematische Fähigkeiten werden mit einer Reihe von positiven Eigenschaften assoziiert wie Arbeitsplatz, sozioökonomischer Status, sowie mentaler und körperlicher Gesundheit.

Die Möglichkeit Fächer, die logisches Denken verlangen, im Jugendalter abzuwählen hält Professor Roi Cohen Kadosh dadurch für fraglich, denn es hat dank seiner Studie nachweislich negative Einflüsse auf die Gehirnentwicklung, die in diesem Alter passiert. Er und seine Kollegen haben dabei auch gezeigt, dass bevor Mathematik als Fach abgewählt wurde keine Unterschiede in der chemischen Zusammensetzung im Gehirn der Jugendlichen zu finden war. Das nächste Ziel der Wissenschaftler ist es jetzt herauszufinden wie diese negativen Effekte im Gehirn auch ohne Matheunterricht überbrückt werden können, da viele Jugendliche keine Freude an Unterricht dieser Art haben.

Da nicht nur Mathematik, sondern auch IT und Programmieren logisches Denken fördert ist es wichtig Kinder und Jugendliche in diesen Bereichen zu fördern. Deswegen unterstützen wir MINT/STEM Initiativen und engagieren und selbst in diesem Bereich.